Das KI-Mimi-Projekt
Dies ist eine wahre Geschichte. Nur weiß heute noch niemand, wie sie endet – ich selbst am allerwenigsten.
Sicher ist nur eines: Ich habe den ersten Schritt gewagt. Ich möchte herausfinden, was ich persönlich mit KI, also Künstlicher Intelligenz, so alles anfangen und bewirken kann.
Nicht, dass ich IT-Expertin wäre oder programmieren könnte. Gerade weil ich das nicht bin, möchte ich wissen, wie weit ich komme. Was kann ich als neugieriger Mensch, als Großmutter und als Unternehmerin – ausgestattet vor allem mit einer großen Portion Interesse und Entdeckergeist – mithilfe der Künstlichen Intelligenz wirklich erreichen?
Kann ich mir selbst einen KI-Agenten bauen? Kann KI mir den Alltag und die Arbeit tatsächlich erleichtern? Wie weit komme ich ohne technisches Spezialwissen? Und gelingt es mir dabei, die Daten zu schützen, die niemanden etwas angehen?
Mit diesen Fragen fing alles an. Inzwischen sind viele weitere hinzugekommen – und beinahe jeden Tag entstehen neue.
Diese Geschichte erzählt, was ich auf meinem Weg in die Welt der KI lerne und erlebe: von überraschenden Erfolgen, großen Ideen und kleinen Aha-Momenten, aber auch von Irrwegen, Zweifeln und Dingen, die ganz anders funktionieren, als ich zunächst dachte.
Wer wissen möchte, wohin diese Reise führt, darf mich gerne begleiten. Ich kann noch nicht versprechen, wo wir ankommen werden. Aber ich bin ziemlich sicher, dass es unterwegs einiges zu entdecken gibt.
Ich bin Mimi

„Mimi, was weißt du eigentlich über KI?“ Die Frage kam ziemlich unvermittelt. Ich war bei meinen Enkelkindern zu Besuch, und wie so oft redeten mehrere gleichzeitig. Irgendwo lag Spielzeug auf dem Boden, jemand suchte etwas, das gerade noch dagewesen war, und mittendrin wollte der Zwölfjährige plötzlich wissen, wie gut ich mich mit Künstlicher Intelligenz auskannte. „Ein bisschen“, antwortete ich. Das war nicht gelogen. Aber besonders überzeugend klang es vermutlich auch nicht. „Kann die meine Hausaufgaben machen?“ Natürlich. Diese Frage musste kommen. „Sie kann dir wahrscheinlich dabei helfen“, sagte ich. „Aber ob es eine gute Idee ist, sie einfach alles machen zu lassen, ist eine andere Frage.“ „Dann geht es also?“ Offenbar hatte er vor allem den ersten Teil meiner Antwort gehört. Bevor wir das näher klären konnten, mischten sich die Jüngeren ein. Sie interessierten sich weniger für Sprachmodelle, Texte oder Hausaufgaben. Für sie wurde die Sache erst spannend, als das Wort „Roboter“ fiel. „Kann KI auch spielen?“ „Kann ein Roboter einen Ball werfen?“ „Kann er den Ball auch fangen?“ „Und kann er Fußball spielen?“ Die Fragen kamen jetzt von allen Seiten. Plötzlich sollte ich erklären, ob KI denken kann, ob Roboter alles lernen können und ob man mit ihnen spielen, reden oder vielleicht sogar befreundet sein kann. Ich versuchte, den Unterschied zwischen einer KI und einem Roboter zu erklären. Ein Roboter hat einen Körper, sagte ich. Eine KI braucht nicht unbedingt einen. Sie kann in einem Computer oder einem Handy stecken und zum Beispiel Texte schreiben, Bilder erzeugen, Fragen beantworten oder einem Roboter dabei helfen, sich zu bewegen und Entscheidungen zu treffen. Während ich sprach, merkte ich allerdings, dass meine Erklärungen schneller an ihre Grenzen kamen als die Fragen meiner Enkel. So richtig genau wusste ich es eben auch nicht. „Kannst du so etwas bauen?“, fragte der Zwölfjährige schließlich. „Noch nicht“, sagte ich. Noch nicht. Kaum hatte ich es ausgesprochen, gefiel mir die Antwort. Sie war ehrlicher und zugleich interessanter als ein einfaches Nein. „Aber ich will herausfinden, wie weit ich komme.“ Damit schien die Sache fürs Erste geklärt. Die Jüngeren wandten sich wieder wichtigeren Dingen zu. Der Gedanke an einen ballspielenden Roboter blieb allerdings im Raum. Und der Zwölfjährige hatte noch längst nicht alle Fragen gestellt. Meine Enkelkinder nennen mich Mimi. Davon habe ich inzwischen einige, der Älteste ist jetzt zwölf. Sie sind lebhaft, neugierig und manchmal erstaunlich hartnäckig, wenn sie etwas wirklich wissen wollen. Ihre Neugier kommt mir bekannt vor. Ich habe mich schließlich selbst schon immer für alles interessiert, was neu, ein wenig ungewöhnlich und irgendwie vielversprechend ist. Bei Künstlicher Intelligenz spürte ich allerdings, dass es um mehr ging als um irgendeine technische Neuheit. Ich habe schon viele Veränderungen erlebt. Computer hielten Einzug in den Alltag, das Internet veränderte unsere Kommunikation, und irgendwann trug plötzlich fast jeder einen kleinen Hochleistungsrechner in der Tasche. Doch keine dieser Entwicklungen hatte sich für mich von Anfang an so faszinierend, so umfassend und zugleich so schwer einschätzbar angefühlt wie die KI. Ich wollte deshalb nicht nur zusehen. Ich wollte verstehen, was da geschah. Und ich wollte, dass meine Enkelkinder später nicht einfach hinnehmen müssen, wie andere diese Technik einsetzen und welchen Einfluss sie auf ihr Leben haben wird. Sie sollen KI verstehen und sinnvoll nutzen können. Sie sollen ihre Chancen erkennen, aber auch ihre Risiken. Vor allem sollen sie nicht nur zuschauen, sondern selbst mitdenken und mitgestalten können. Dafür musste ich allerdings zunächst selbst herausfinden, womit wir es eigentlich zu tun hatten. Also beschloss ich, nicht länger nur gelegentlich etwas über KI zu lesen, anderen beim Reden darüber zuzuhören oder Alltagsfragen an die im Internet verfügbaren KI-Assistenten zu stellen. Ich wollte selbst ausprobieren, was ich tatsächlich entwickeln oder bauen könnte. Schließlich wartete mein Enkel auf weitere Antworten. Und dann passierte einige Tage später etwas Merkwürdiges. Denn eigentlich wollte ich im Internet nur mal wieder kurz in das Thema KI hineinschnuppern. Ein bisschen lesen, vielleicht ein Video anschauen und danach wieder zurück in meinen normalen Alltag. Stattdessen saß ich Stunden später immer noch am Rechner. Neben mir stand eine Tasse mit inzwischen kaltem Kaffee, draußen war es längst dunkel, und in meinem Kopf tauchte eine Idee nach der anderen auf. Ich hörte einen Podcast über Künstliche Intelligenz und dachte mehr als einmal: Warum hat mir das niemand früher erzählt? Danach probierte ich verschiedene aktuelle KI-Werkzeuge aus. Ich stellte Fragen, ließ mir Dinge erklären, testete Formulierungen und staunte darüber, was innerhalb weniger Sekunden auf meinem Bildschirm erschien. Eine Zusammenfassung lud ich mir gleich herunter. Schließlich wollte ich später noch wissen, was ich an diesem ersten intensiven Tag alles entdeckt hatte. Das Problem war nur: Ich hatte zwar plötzlich eine Menge Informationen, aber immer noch keinen richtigen Plan. Was davon war für mich tatsächlich nützlich? Wo sollte ich anfangen? Welche Anwendungen waren seriös? Was geschah mit meinen Daten? Und wie verwandelte ich all die faszinierenden Möglichkeiten in etwas, das meinen Alltag wirklich erleichterte? An diesem Tag wurde mir klar, dass gelegentliches Ausprobieren nicht reichen würde. Ich meldete mich deshalb in einer KI-Community an. Neues lernt man schließlich am besten gemeinsam mit anderen Menschen, die neugierig genug sind, ungewöhnliche Fragen zu stellen und sich auch von ersten Fehlschlägen nicht abschrecken zu lassen. Und weil ich mich kenne, beließ ich es nicht bei der Anmeldung. Ich vereinbarte direkt ein Gespräch, um eine persönliche KI-Roadmap zu entwickeln. Wenn schon, denn schon. Irgendwann an diesem Tag hörte ich auf, nur über einzelne Programme nachzudenken. Ich begann zu träumen. Was wäre, wenn ich eigene KI-Agenten hätte? Kleine digitale Helfer, die nicht nur auf eine einzelne Frage antworten, sondern bestimmte Aufgaben selbstständig für mich erledigen könnten? Einer könnte recherchieren. Ein anderer könnte Texte vorbereiten, Ideen sammeln oder Projekte ordnen. Vielleicht könnte mir ein Agent bei der Planung meiner Reisen helfen. Ein anderer könnte unsere Familiengeschichte dokumentieren. Und ein dritter könnte dafür sorgen, dass ich nie wieder einen Geburtstag vergesse. Meine Fantasie war plötzlich schneller als mein Notizblock. Aus einzelnen Gedanken wurden Pläne. Aus Fragen wurden Möglichkeiten. Und aus meiner anfänglichen Neugier entwickelte sich langsam der Wunsch, etwas Größeres daraus zu machen. Natürlich bat ich auch die KI selbst um Unterstützung. Ich sprach mit ChatGPT, probierte Claude und Gemini aus und testete, was ich sonst noch finden konnte. Nicht, weil ich glaubte, dass eine Maschine grundsätzlich alles besser weiß. Ich wollte herausfinden, wie es sich anfühlt, mit einer Künstlichen Intelligenz zusammenzuarbeiten. Das Ergebnis überraschte mich. Manchmal fühlte es sich weniger nach der Bedienung eines Computerprogramms und mehr nach einem Gespräch an. Mein Gegenüber wurde niemals müde, entwickelte immer neue Ideen und beantwortete geduldig auch die Fragen, die mir erst beim Schreiben einfielen. Manchmal war es erstaunlich klug. Manchmal sogar humorvoll. Manchmal klang es ausgesprochen überzeugend und erzählte trotzdem völligen Blödsinn. Ich fand das faszinierend und beängstigend zugleich. Denn wenn sich eine falsche Antwort genauso sicher anhört wie eine richtige – woran erkenne ich dann den Unterschied? Wie viel kann ich einer KI überlassen? Was muss ich selbst überprüfen? Und welche persönlichen Informationen sollte ich ihr besser gar nicht erst geben? Die Liste meiner Fragen wurde länger, nicht kürzer. Trotzdem hatte sich an diesem Tag etwas verändert. Ich lernte nicht einfach nur ein neues Computerprogramm kennen. Ich begann, eine andere Art des Arbeitens zu entdecken – und vielleicht sogar eine andere Art, über mein Leben, meine Ideen und meine Möglichkeiten nachzudenken. Am Abend musste ich wieder an meine Enkelkinder denken. Konnte KI nun die Hausaufgaben machen? Vermutlich ja, zumindest einige davon. Ob sie dadurch auch etwas lernen würden, war eine ganz andere Frage. Konnte man mit KI spielen? Ganz bestimmt. Und konnte ein Roboter einen Ball werfen, ihn fangen oder sogar Fußball spielen? Auch darauf würde ich beim nächsten Besuch eine bessere Antwort brauchen. Ich hatte ihnen versprochen herauszufinden, wie weit ich kommen würde. Jetzt musste ich nur noch entscheiden, womit ich anfangen sollte.
Die richtigen Fragen

Am nächsten Morgen war ich voller Vorfreude. Schließlich hatte ich ein Analysegespräch mit einer Beratungsfirma vereinbart. Das klang nach Strategie, Zukunft und einem klaren Plan. Ich stellte mir vor, wie wir gemeinsam herausfinden würden, welche Möglichkeiten KI für mich eröffnet, welche Werkzeuge sinnvoll sind und wie ich Schritt für Schritt in diese neue Welt eintauchen kann. Ich hatte sogar schon ein Notizbuch bereitgelegt.

Bald geht es weiter!
Schau wieder vorbei!
Wer macht mit?

Kapitel


